Produkt-Schulung

NutriMe Complete

NutriMe Complete - Mikronährstoffe nach den Genen

Kapitel 6
Mikronährstoffe nach den Genen

Schulungsvideo

Gesprochener Text des Videos

Kapitel 6: Mikronährstoffe nach den Genen

Bevor wir in die Welt der Mikronährstoffe und der Genetik, die dahintersteckt, eintauchen, möchte ich noch einen ganz wichtigen Punkt erwähnen. In Europa gibt es sehr strenge Regelungen, welche Aussagen man bezüglich Mikronährstoffen, Vitaminen und Mineralen treffen darf. Man darf zum Beispiel nicht sagen, dass Kalzium dabei hilft Osteoporose zu verhindern. Egal ob es Studien gibt, die das zeigen oder nicht. Man darf bei Kalzium wirklich nur sagen, dass Kalzium notwendig ist, um gesunde Knochen zu erhalten.

Da ist das Gesetz sehr streng und daran müssen wir uns auch halten. Diese Schulung hier ist eine Schulung für Sie und keine Werbung für Endkunden, somit darf ich hier die Studienlage zeigen. Also Studien die gezeigt haben, das Kalzium wirklich das Risiko für Osteoporose gesenkt hat. Allerdings müssen Sie aufpassen, dass Sie es so verstehen wie es in Wirklichkeit ist, aber das Sie in der Kommunikation mit dem Kunden nicht sagen, dass Kalzium vor Osteoporose schützt und Sie sich auch an die gesetzlichen Regelungen halten.

Wir haben uns sehr viel mit der Thematik beschäftigt und unser Werbematerial berücksichtigt diese ganzen Punkte. Das heißt wenn Sie Werbetexte verwenden möchten, dann verwenden Sie unsere Texte. Sie können sie leicht anpassen, aber seien Sie einfach vorsichtig, sonst kann es zu rechtlichen Problemen kommen.

Wir haben auch Guidelines, welche Sachen Sie sagen dürfen und welche nicht und Sie haben immer die Möglichkeit, dass wenn Sie Werbung schalten, Sie diese an uns weiterleiten und wir sie nach den Regelungen prüfen. Wir können Sie beraten, ob wir denken das es in dieser Form in Ordnung ist oder nicht.

Bei dieser Schulung kann ich Ihnen die Wissenschaft zeigen, wie es in Wirklichkeit ist, weil es nicht für den Endkunden ist, aber beachten Sie das bei Ihren Werbeaussagen.

Kapitel 6:

NutriMe Complete: Personalisierte Mikronährstoffe nach den Genen

Das DNAnutriControl Programm erlaubt uns herauszufinden, wie Fett und Kohlenhydrate aufgenommen werden, aber auch welche Mikronährstoff zum einen für den Körper notwendig sind, um bestimmte Krankheitsrisiken zu senken oder fehlende Prozesse im Körper auszugleichen und zum anderen welche Mikronährstoffe in unserem Körper nicht richtig funktionieren.

Das Produkt was wir darauf basierend entwickelt und als Patent eingereicht haben, ist eine genetisch erstelle Mikronährstoffmischung, die personalisiert für die Person erstellt wird. Dieses Produkt heißt NutriMe Complete und hier möchte ich das Konzept von den Mikronährstoffen erklären.

Ein Beispiel, wie ein Mikronährstoff in höherer Dosierung benötigt wird:

Es gibt ein Gen, was wiederum ein Enzym produziert. Es heißt GPX1 und ist ein Selenoprotein, das freie Radikale unschädlich macht. Selenoprotein bedeutet, dass das Protein zuerst Selen benötigt, welches es integriert, damit es aktiv wird. Wenn es durch das Selen aktiviert wurde, kann es freie Radikale erkennen, binden und unschädlich machen. So ist der normale Prozess im Körper.

Bei Menschen mit einem Selenmangel fehlt das notwendige Selen, um die Proteine zu aktivieren. Das führt dann wie in diesem Beispiel dazu, dass nur 30 % der Proteine aktiv sind und die Schutzfunktion von dem Gen relativ stark reduziert ist. Wenn man bei Personen mit Selenmangel eine höhere Dosis von Selen hinzugibt, entweder durch selenhaltige Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, dann kann man dadurch laut wissenschaftlichen Studien nachweislich die GPX Funktion erhöhen. Das heißt durch Zugabe von Selen, kann man seinen Schutz vor freien Radikalen verbessern.

Jetzt gibt es Personen, die eine genetische Variation in dem GPX1 Gen haben und diese Variation hat einen negativen Einfluss auf die Aktivität des Protein. Das heißt das Gen hat die Genvariation die dazu, dass der Bauplan in diesem Gen verändert wird und das wiederum führt dazu, dass das Protein anders gebaut wird. Wenn dann Selen integriert wird und es versucht ein freies Radikal zu binden, ist die Bindung zwar noch möglich, ist aber deutlich schwächer. In diesem Beispiel ist die Bindung 50 % schwächer. Manche freie Radikale werden also noch neutralisiert, aber bei weitem nicht mehr so viele und so effektiv wie vorher.

Wenn die Person diese Genvariation hat und nicht unter Selenmangel leidet, ist die Aktivität der Enzyme und dadurch auch der Schutz deutlich reduziert. Wenn man eine deutlich höhere, als die normale Dosis an Selen hinzu führt, dann können wir die Aktivität und dadurch die Schutzfunktion vom GPX1 erhöhen.

Das heißt also, hat das Gen keine Genvariation, dann reicht eine normale Dosis und ist das Enzym weniger effektiv, dann brauchen wir eine höhere Dosis für denselben Effekt.

(Siehe Video)

Das hier ist das GPX1 Gen. So sieht es auch in dem Bericht aus. Das ist der wissenschaftliche Teil der genau erklärt, worum es bei diesem Gen geht. Das ist jetzt in Englisch, aber in einem deutschen Bericht ist es auf Deutsch.

Es gibt drei verschiedene Genmöglichkeiten. Ich habe es bereits in einer anderen Schulung erklärt. Jeder Mensch hat zwei Stück von jedem Gen und wir untersuchen im genetischen Code des Gens eine spezifische Stelle und wenn an dieser Stelle der genetische Buchstabe 'C' ist, dann funktioniert das Enzym und wenn an der Stelle ein 'T' ist, dann funktioniert das Enzym nicht.

Jetzt ist folgendes möglich:

  • auf beiden Genen sitzt ein 'C', also funktionieren beide
  • auf beiden Genen sitzt ein 'T', also funktioniert keines sehr effektiv
  • auf einem ist ein 'C' und auf dem anderen ein 'T'

Das sind die drei potentiellen Möglichkeiten. 

  • C/C haben 67 % der Population. Sie haben einen guten Schutz gegen freie Radikale.
  • C/T haben 26 %, eines der zwei Gene hat die leistungsmindernde Variation
  • T/T haben 7 %, also sind beide Gene nicht effektiv

Für diejenigen die es interessiert sind hier einige Studien, die darauf eingehen, wo Sie sich das genauer ansehen können.

Wie wird jetzt die Dosis basierend auf dem genetischen Ergebnis angepasst?

Ist das GPX1 Gen funktionstüchtig, wird Selen integriert und die normale Menge an Selen reicht aus. Das heißt solange kein Mangel existiert, ist die normale tägliche Verzehrmenge (55 µg/Tag) ausreichend. Das führt dann dazu, dass das Enzym genau den richtigen Schutz liefert.

Ist nun eine Genvariation im GPX1 Gen, brauchen wir mehr Selen (96 µg/Tag), um die Funktion des Enzyms zu erhöhen und um das Selbe zu erreichen.

Jetzt stellen sich manche die Frage, warum macht man eine Genanalyse und keine Blutanalyse? Man kann ja im Blut nachweisen, wie viel Selen und andere Mikronährstoffe vorhanden sind und das ist genau die Problematik. Blutanalysen besagen, die richtige Menge an Selen ist ein bestimmter Wert im Blut. Es wird versucht, jeden Menschen auf diese Menge zu trimmen. Ist es zu viel, kann man es reduzieren und bei zu wenig muss man es erhöhen. Es ist aber genau das Problem das angenommen wird, dass der Zielwert genau der Richtige ist. Das ist wie wir hier sehen, nicht immer der Fall.

Eine Person mit der Genvariation sollte deutlich mehr Selen im Blut haben, als eine Person ohne die Genvariation. Eine Blutanalyse kann uns zwar sagen, wie viele von den Stoffen im Blut landen, aber sie kann uns nicht sagen, wie hoch der Optimalwert sein sollte. Das können wir nur durch die Genanalyse erfahren.

Ein Beispiel, wie ein Mikronährstoff keine Wirkung haben kann:

Es gibt das Nahrungsergänzungsmittel Coenzym Q10. Es ist ein Stoff, der zum einen von unserem Körper produziert wird und zum anderen kann er als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Es ist sehr teurer Stoff und ein Kilo kann mehrere Tausend Euro kosten und deswegen ist auch das Nahrungsergänzungsmittel relativ teuer.

Menschen nehmen es aus folgenden Grund ein: wenn es in den Körper gelangt, ist das Coenzym Q10 noch nicht aktiv und hat noch keine Wirkung. Dann gibt es das Q10 Gen, das ein Enzym produziert, dass das Coenzym Q10 nimmt, modifiziert und in eine aktive Form umwandelt, und zwar in Ubiquinol. Dieser Stoff hat eine sehr starke antioxidative Wirkung. Es neutralisiert freie Radikale, die im Körper entstehen. Freie Radikale sind kleine Moleküle, die eine Kettenreaktion der Zerstörung auslösen. Also sie zerstören etwas, was dann wieder etwas anderes zerstört usw. Deswegen ist der Schutz vor freien Radikalen sehr wichtig.

Das heißt also Coenzym Q10 kann in den Körper aufgenommen werden, wird durch ein Enzym aktiviert und führt dann dazu, dass Ubiquinol produziert wird, das wiederum vor freien Radikalen schützt.

Das hier ist der wissenschaftliche Teil von dem Gen NQO1. 

  • 66 % haben ein C/C an der Genvariationsstelle, die wir untersuchen. Q10 wird sehr effektiv in Ubiquinol umgewandelt.
  • 30 % haben ein C/T. Das heißt eines der Gene ist defekt und die Umwandlung ist geringer, weil nur die Hälfte des funktionierenden Enzyms produziert wird. In dem Fall ist es keine Funktionsminderung des Gens, sondern das Gen verliert vollkommen seine Wirkung.
  • 4 % haben ein T/T, da ist die Funktion des Gens vollkommen zerstört und dadurch kann Coenzym Q10 nicht in Ubiquinol umgewandelt werden, sondern bleibt wirkungslos im Körper. Das heißt es gibt 4 % der Population, die Coenzym Q10 nehmen und es gar keine Wirkung zeigt.

Hier wiederum sind wissenschaftliche Studien dazu. 

Was ist die richtige Konsequenz daraus zu wissen, dass Coenzym Q10 nicht richtig im Körper funktioniert?

Coenzym Q10 wird nicht aktiviert. Es bleibt Coenzym Q10 und freie Radikale können sich ansammeln. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Es gibt Ubiquinol als Nahrungsergänzungsmittel, also das bereits aktivierte Coenzym Q10. Das kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, freie Radikale binden und die fehlende Funktion ersetzten.

2. Es gibt die Möglichkeit andere Antioxidantien wie zum Beispiel Vitamin E, C, A, die auch freie Radikale binden, in höherer Dosierung einzunehmen und dadurch die freien Radikale neutralisieren.

Das heißt wenn das Gen funktioniert ist Coenzym Q10 ein effektiver Stoff, um freie Radikale zu neutralisieren. Wenn nicht, müssen wir mit anderen Mikronährstoffen in höherer Dosierung entgegen wirken.

Wenn das NQO1 effektiv funktioniert, also keine Genvariation hat die es deaktiviert, wird das Enzym produziert. Coenzym Q10 kann eingenommen werden, denn es kann aktiviert werden und schützt die Zellen.

Wenn das Gen allerdings eine Genvariation hat, kann es Coenzym Q10 nicht aktivieren. Das heißt Coenzym Q10 in die Mikronährstoffe zu mischen, wäre kontraproduktiv. Man kann aber Mikronährstoffe wie Ubiquinol, Vitamin C, E und Alpha Liponsäure in erhöhter Dosis zuführen, um die fehlende Funktion von diesem Gen auszubalancieren und die Zellen zu schützen.

Würde man in einer Blutanalyse das Coenzym Q10 messen, wäre es sehr irreführend. Man würde zwar sehen, dass man die optimale Menge im Blut erreicht hat, allerdings wissen wir nicht, ob es auch wirklich die Funktion erfüllt. Das heißt die Blutanalyse kann uns nicht die Informationen wie eine Genanalyse geben, die uns sagen, ob Coenzym Q10 überhaupt sinnvoll ist.

Verschiedene Faktoren, die die Kalziummenge beeinflussen

Es gibt bestimmte Mikronährstoffe, deren optimale Dosierung nicht nur von einem Faktor abhängig ist. Kalzium ist ein solcher Fall. In diesem Beispiel gibt es drei Faktoren die beeinflussen, wie viel Kalzium wirklich die optimale Dosierung für eine Person ist.

Faktor 1) Laktoseintoleranz

Wie ich schon in anderen Schulungen erklärt habe, ist die Laktoseintoleranz eine genetische Erkrankung. Wobei das Laktase-Enzym, dass die Laktose spaltet und verdaubar macht, mit der Zeit abgeschaltet wird.

Ist eine Person laktosetolerant, also das Laktase-Gen wird nicht abgeschaltet und die Person kann ihr ganzes Leben Milchprodukte zu sich nehmen, dann tendieren sie dazu Milchprodukte zu essen. Milchprodukte enthalten sehr viel Kalzium und dadurch ist die Einnahme von Kalzium üblicherweise relativ hoch.

In diesem Beispiel werden 600 mg Kalzium durch die Ernährung aufgenommen, weil die Person sich nicht ausgewogen genug ernährt. Die empfohlene Verzehrmenge von Kalzium kann je nach Geschlecht und Alter beispielsweise 800 mg pro Tag sein. Das würde bedeuten, dass die Person durch eine schlechte Ernährung ein Defizit von 200 mg pro Tag hat.

Dann gibt es Personen, die durch eine Genvariation laktoseintolerant sind. Das heißt das Laktase-Gen wird mit dem Alter abgeschaltet. Als Kinder sind sie laktosetolerant und können Milchprodukte zu sich nehmen, aber mit dem steigenden Alter wird das Gen allmählich abgeschaltet. Es gibt sehr gute wissenschaftliche Studien die gezeigt haben, dass Personen mit

Laktoseintoleranz natürlich keine Milchprodukte essen und signifikant weniger Kalzium zu sich nehmen, als Personen ohne die Genvariation.

Das heißt diese Person hat natürlich eine sehr kalziumarme Ernährung und ist dadurch weit weg von der täglich empfohlenen Verzehrmenge und kommt so auf fehlende 770 mg, die notwendig wären, um die empfohlenen 800 mg zu erreichen.

Das ist also ein Beispiel, wo eine Genvariation die Typische Einnahme von Kalzium beeinflusst, um auf die normale empfohlene Menge zu kommen. Hier wird deswegen entschieden, ob man mehr oder weniger Kalzium in ein personalisiertes Nahrungsergänzungsmittel geben sollte oder nicht.

Faktor 2) Osteoporose

Osteoporose ist Knochenbrüchigkeit, die mit steigenden Alter auftreten kann und Kalzium spielt hier eine wichtige Rolle. Es wird zwar in anderen Schulungen genauer erklärt, aber hier noch mal ganz kurz: Der normale Zustand ist so, dass sich die Knochendichte im zunehmenden Alter bis ungefähr 25-30 aufbaut und sie dann langsam allmählich verfällt. Das ist ein normaler Prozess. Bei Frauen ist er etwas schneller, weil sie nach den Wechseljahren keine knochenschützenden Hormone mehr produzieren.

Im sehr hohen Alter können die Knochen etwas brüchiger werden, aber üblicherweise kommt es zu keiner Osteoporose und auch nicht zu der Vorstufe, der Osteopenie.

Es gibt Genvariationen, die den Verfall der Masse beschleunigen. Das heißt die Knochenmasse nimmt schneller ab und das führt dann im höheren Alter zu der Vorstufe Osteopenie oder zur Osteoporose.

Im Fall der Osteoporose ist die Vorsorge sehr effektiv und die Behandlung nur mäßig effektiv. Knochenmasse die einmal verloren ist, ist nur sehr schwer, wenn überhaupt möglich, wiederherstellbar. Alles was man üblicherweise machen kann, ist den Verfall der Knochenmasse zu verlangsamen oder im besten Falle zu stoppen. Umso früher man mit der Vorsorge beginnt, desto effektiver ist sie.

Welche Kalziumdosis ist optimal?

Es gibt die „Recommended Daily Allowance“ von der EFSA. Die „European Food Safety Agency“ ist ein Gremium von Experten, das anhand von Studien definiert hat, wie viel Kalzium eine Person zu sich nehmen sollte.

Für diese Person in diesem Alter und mit diesem Geschlecht, wäre die RDA beispielsweise 800 mg. Es gibt aber Studien, die die Effektivität von Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel untersucht und geschaut haben, welchen Einfluss es auf den Knochenmasseverlust hat. Da werden öfters höhere Dosierungen verwendet, um zu zeigen, dass diese Supplementierung Erfolg hat.

Es gibt zum Beispiel Studien, die 1300 mg anstatt der 800 mg verwenden und gezeigt haben, dass es einen positiven Effekt auf den Knochenmasseverlust hat.

Was wir tun können ist, wir untersuchen die Gene, die für den Knochenmasseverlust verantwortlich oder zumindest daran beteiligt sind.

Hat die Person ein normales Risiko, sind die Gene alle in Ordnung und der Knochenmasseverlust ist normal langsam, dann können wir auf die normale empfohlene Dosis von 800 mg pro Tag zurückgreifen.

Ist es allerdings so, dass die Gene dazu veranlagen das die Knochenmasse schneller verloren geht, nehmen wir lieber die Dosierungsmenge, die in Studien gezeigt hat, dass sie effektiv den Knochenmasseverlust reduziert. Sie liegt deutlich über der RDA und wir dosieren für die Person 1300 mg.

Es gibt nicht nur ein maximal genetisches Risiko oder kein Risiko, sondern auch Schritte dazwischen. Je nach dem wie weit man sich in Richtung maximales Risiko bewegt, passen wir die Dosis entsprechend an. Das heißen wir sehen nach, wie viel Kalzium die Person aufgrund der Knochengesundheit braucht und geben dann die individuelle Dosis.

Das war der zweite Faktor. Einmal haben wir die Laktoseintoleranz, die dazu geführt, dass man generell über die Nahrung weniger aufnimmt und zum anderen haben wir die Osteoporose, die dazu führt, dass eine höhere eine gute Idee wäre.

Faktor 3) Entgiftung von Schwermetallen

Der dritte Faktor ist die Entgiftung von Schwermetallen. Wie das ganze Entgiftungskonzept durch die Gene funktioniert, wird genauer in einer anderen Schulung erklärt.

Hier ist nur ein kleiner Auszug: Blei ist ein Schwermetall, das in unseren Körper gelangt und giftig ist. Deswegen gibt es in unserem Körper Prozesse, die Blei erkennen, binden und aus dem Körper entfernen. Das sind zum Beispiel die GST Enzyme (GSTM1, GSTT1, GSTP1). Die Phase der Entgiftung ist eine enzymatische Modifizierung. Das heißt das Blei wird erkannt, von einem Enzym modifiziert, das von den Genen produziert wird und dann neutralisiert und üblicherweise durch die Nieren aus dem Körper entfernt.

Es gibt leider Personen mit genetischen Variationen in den Genen. Es sind manchmal Variationen, die die Funktionen vollkommen stören oder das ganze Gen fehlt einfach. Das heißt das ganze Gen ist durch irgendeinen Prozess verloren gegangen und ist nicht nachweisbar.

Je nach der genetischen Variation in den Genen, ist der Schutz nicht mehr gegeben. Das Blei wird nicht mehr effektiv aus dem Körper entfernt und es kann zu Vergiftungen kommen und unter anderem auch zu der Folgeerkrankung Krebs führen.

Wir können aber aber mit Kalzium-Nahrungsergänzungsmittel eingreifen. Das Kalzium hat gezeigt, dass es leicht bleientgiftend wirkt. Das heißt wenn wir ein Kalzium-Nahrungsergänzungsmittel zuführen, kann es Blei binden und dabei helfen es aus dem Körper zu entfernen. Ich muss aber dazu sagen, dass bei einer akuten Bleivergiftung, wo sehr hohe Dosen im Blut und im Körper nachweisbar sind, Kalzium keine effektive Behandlungsmethode ist. Es gibt richtige Chelat-Therapie, die ärztlich begleitet werden müssen.

Bei einer akuten Vergiftung ist Kalzium also nicht geeignet. Es hilft allerdings dabei, das Blei, das bei einem gesunden Menschen in den Körper gelangt, immer wieder zu entgiften. Das heißt wir können auch hier, je nach dem wie effektiv die Gene bei der Entgiftung von Schwermetallen sind, die Dosis entsprechen anpassen

Was beeinflusst die optimale Kalziummenge?

An diesen drei Beispielen, sehen wir uns die Vorgehensweise bei der Dosierung von Kalzium an.

Eine Person sollte immer generell 800 mg Kalzium zu sich nehmen. 

Dann stellen sich die Fragen:

  • Ist sie laktoseintolerant? NEIN
  • Ist das Osteoporoserisiko erhöht? NEIN
  • Ist die Entgiftung eingeschränkt? NEIN
  • Dann landen wir bei 800 mg.

Wenn die Person allerdings laktoseintolerant ist, geben wir der Person mehr Kalzium. Die Entgiftung ist ebenso eingeschränkt und wir geben mehr dazu und wir kommen auf eine generell höhere Dosierung (1050 mg) für diese Person.

Andere genetische Variationen führen zu einer niedrigeren Dosierung und wieder andere führen zu einer noch höheren.

Das heißt wir schauen uns mehrere Faktoren an. Nicht nur die Knochengesundheit oder Entgiftung, sondern alle die dabei relevant sind. Wir sehen uns die Gene an, errechnen den Bedarf und schauen uns das Gesamtkonzept an und daraus ergibt sich dann die entsprechende Kalziumdosierung.

Ein weiteres Beispiel, wie Mikronährstoffe unterschiedliche Wirkungen haben können, ist ein Effekt den Ärzte manchmal sehen: Wenn eine Person schlechte Cholesterinwerte hat, also das gute HDL Cholesterin niedrig ist, wird oft eine Omega-3-Supplementierung empfohlen. Die Einnahme von Omega-3 erfolgt meist über Fischölkapseln. Wenn sie regelmäßig eingenommen wird, tendiert das HDL Cholesterin sich dadurch zu verbessern.

Was aber manchmal der Fall ist, ist das eine Person mit genau den selben Problemen vom Arzt empfohlen bekommt, Omega-3-Kapseln zu nehmen und am Ende wird das HDL Cholesterin noch schlechter. Hier stellt sich die Frage: Warum wirkt dieser Stoff bei verschiedenen Personen so unterschiedlich?

Es hat sich herausgestellt, dass es eine Genvariation im APOA1 Gen gibt und je nach dem wie diese Genvariation ausfällt, hat sie einem unterschiedlichen Einfluss auf das HDL Cholesterin. Das heißt wenn wir die Genvariation erkennen und wissen, dass der APOA1 Gen von der positiven Variante ist und Omega-3 wirklich hilft, dann kann Omega-3 empfohlen werden.

Wenn eine Person hingegen niedriges HDL Cholesterin und die ungünstige Genvariation hat, wird eine Omega-3-Supplementierung nicht effektiv sein. Eine Alternative wie Phytosterole kann verwendet werden, um Cholesterinwerte bestmöglich zu verbessern.

Das heißt verschiedene Mikronährstoff erzielen im diesem Fall ähnliche Ergebnisse, aber das selbe Mikronährstoff kann unter Umstände unterschiedliche Auswirkungen auf Menschen haben.

Welche Dosis ist optimal?

Omega-3 kann positiv oder negativ für das HDL Cholesterin sein, aber welche Dosis ist optimal? Da gibt es wiederum Empfehlungen von einem RDA von 250 mg. Es gibt aber auch diverse Studien die zeigen, dass Dosen von 1000-2900 mg effektiv sind. Die Studien arbeiten also mit bis zu 10 Mal höheren Dosierungen, als die normale Dosierungsmenge. In den Studien sehen wir allerdings positive Effekte.

Wir haben hier eine Skala von 0 mg bis 3000 mg. Die EFSA sagt 250 mg und diverse Studien von 1000-2900 mg zeigen, dass diese Dosen einen Effekt haben. Wenn wir uns nun in diesem Bereich befinden, können wir davon ausgehen, dass es eine ähnliche Wirkung hat, wie in den Studien gezeigt wird.

Die Dosisempfehlung kann dann ungefähr so aussehen: Zuerst prüft man bei der Person, ob die Gene den niedrigen HDL Cholesterin beeinflussen. Wenn Sie in Ordnung sind, muss man die Dosis nicht erhöhen, weil es normalerweise kein Problem sein sollte. Dann untersuchen wir das APOA1 Gen, das beeinflusst ob Omega-3 positiv oder negativ für HDL Cholesterin ist. Wenn es positiv ist, dann ist 250 mg Omega-3, wie von der EFSA empfohlen eine gute Dosis. Wenn jedoch APO1 zeigt, dass das Cholesterin dadurch verschlechtert wird, dann wird nicht Omega-3 sondern Phytosterol empfohlen.

Die andere Möglichkeit ist, dass Genvariationen vorhanden sein könnten, die den HDL Cholesterinwert beeinflussen und dadurch das HDL Cholesterin die Tendenz hat, zu niedrig zu sein. Wenn das der Fall ist, sollte man mit höheren Dosierungen von Mikronährstoffen arbeiten. Dann ist die Frage, ob das APOA1 Gen von der positiven Variante ist. In diesem Fall hilft es, das HDL Cholesterin zu verbessern. Weil wir eine höhere Dosierung brauchen, kommen wir auf 1500 mg. Alternativ, wenn das APOA1 Gen nicht positiv ist, dann nehmen wir nicht Omega-3, weil es kontraproduktiv sein würde, sondern wir nehmen Phytosterol.

Gene beeinflussen den Mikronährstoffbedarf

  • Zusammenfassend heißt das, dass Gene die Wirkung von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln beeinflussen.
  • Gene beeinflussen welche Dosis notwendig ist.
  • Durch eine Analyse von über 50 Genen, wie wir das in dem DNAnutriControl Programm „Ernährung“ auch machen, können wir über 20 Mikronährstoffe abhängig von den Genen individuell dosieren. Wir können sehen, ob es klug ist einen Mikronährstoff zu nehmen und welche Dosis notwendig ist.
  • Bei über 50 Genen haben wir 717 Trillionen verschiedene Rezeptmöglichkeiten oder genetische Profile, die entstehen können.
  • Außer bei eineiigen Zwillingen, ist keine Mischung gleich einer anderen.

(Siehe Video)

Hier sehen Sie einen Ausschnitt von den verschiedenen Stoffen, den Dosierungen und eine Skala, welche Dosierung die richtige ist. Bei jeder Person wird diese Skala anders aussehen. Das ganze gibt es dann in dieser Form von Dosen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wie können wir solche Mikronährstoffe herstellen, die so spezifische Empfehlungen haben? Also wie kann man ein so genaues Rezept, das wir erstellen, befolgen?

Mit normalen Standardpräparate ist es natürlich nicht möglich, denn Standardpräparate enthalten die gleichen Mengen an bestimmten Mikronährstoffen. Man kann zwar sagen, man nimmt 1,5 Tabletten davon und hat somit von einem Mikronährstoff die richtige Dosierung, aber dosiert andere gleichzeitig zu hoch oder zu niedrig.

Personalisiert gemischte Kapseln, wo das ganz in Form von Pulver gemischt wird und in eine Gelatinekapsel gegeben wird, wäre grundsätzlich möglich aber ist für die Aufnahme nicht optimal, weil bestimmte Stoffe wie Kalzium oder Zink sich gegenseitig in der Aufnahme blockieren. Das heißt zusammengemischte Pulver haben einen biologischen Nachteil. Die Produktion ist außerdem sehr teuer.

Die Lösung, die wir entwickelt haben, sind die Mikrotransporter. Das heißt wir haben verschiedene kleine Kügelchen, die einen bestimmten Mikronährstoff enthalten. Diese können wir in unterschiedlichen Verhältnissen zusammenmischen. Das hat den Vorteil, dass es schnell und einfach herstellbar ist und man es sich folglich auch durchaus leisten kann und auch die Aufnahme deutlich optimiert wird.

Das Konzept ist wie ich eben erklärt habe, dass wir über 20 verschiedene Pelletdaten haben. Jedes Pellet enthält einen bestimmten Mikronährstoff und wir können diese Kügelchen in verschiedenen Dosen zusammenmischen und dadurch, dass es unterschiedlich gemischt ist wenn es mit einem Löffel entnommen wird, enthält jeder Löffel eine personalisierte Dosis.

So sieht der Messlöffel aus. Jeder Mensch hat eine bestimmte Menge, die er pro Tag zu sich nehmen sollte und jedes Kügelchen enthält ein bestimmtes Vitamin oder Mineral.

  • Diese Pellets sind „Slow Release“. Das heißt die Mikronährstoffe werden über 8 Stunden langsam an den Körper abgegeben. Es ist zum Beispiel so bei Vitamin C in Pulverform, dass es eine kurze Halbwertszeit hat. Das bedeutet, wenn ich eine bestimmte Menge an Vitamin C zu mir nehme, ist das was ins Blut gelangt innerhalb von 30 Minuten auf die Hälfte reduziert. Es verschwindet also sehr schnell wieder aus dem Körper.

Es ist viel besser über einen längeren Zeitraum immer wieder geringe Mengen an Vitamin C den Körper zuzuführen, als eine große Menge einmalig. Ähnlich ist es auch bei den anderen Mikronährstoffen.

  • Dann gibt es aufnahmehemmende Mikronährstoffe wie Zink und Kalzium. Die wenn Sie als eine Mischung zusammen im Darm landen, das eine die Aufnahme des anderen blockiert. Auch hier wiederum ist die Mikrotransporter-Lösung optimal, weil die Kügelchen sich im Darm verteilen und über die Distanz der Kügelchen alles aufgenommen wird.
  • Die Pellets lösen sich nicht sofort auf. Es ist wichtig, denn manche Mikronährstoffe schmecken einfach unangenehm. Die Pellets mit den Mikronährstoffen sind umkapselt, um den Geschmack zu reduzieren. Man kann sie beispielsweise in einen Joghurt mischen oder einfach in den Mund geben und mit Wasser schlucken. Das sind einfache und nicht unangenehme Möglichkeiten sie Einzunehmen

Ende des Kapitels 6: NutriMe Complete: Personalisierte Mikronährstoffe nach den Genen

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WELCHE WIRKUNG IST ZU ERWARTEN?